Spucken–Gurgeln-Abstrich

Bequem ist nicht immer der beste Weg

Corona Virus -

Pneumokokkenimpfung kann Komplikationen verringern

Testen ist im Moment die stärkste Waffe im Kampf gegen die Pandemie. Solange wir auf die Impfung warten müssen, ist die Teststrategie sicher gemeinsam mit FFP2 Masken die beste Strategie. Abstriche in Nase- oder Rachenraum sind jedoch nicht immer angenehm und sollten immer von geschultem Fachpersonal durchgeführt werden. Neu am Markt sind nun Speichel- und Nasenmuscheltests, die man selbst daheim einfach anwenden kann. Doch ist diese Art der Probenabnahme wirklich ideal?.....

 

Gleich vorweg: die Testdurchführung ist bei allen Antigenschnelltests annähernd gleich gut und steht nur geringfügig hinter der PCR-Methode, wenn es nur um ein positives oder negatives Ergebnis geht. Wie ansteckend ein Patient hingegen während der Infektion und nach Abklingen der Symtome ist, kann nur mittels PCR-Test festgestellt werden.

Auf die Probenabnahme kommt es an

Damit ein Testergebnis richtig sein kann, muss die Probenabnahme optimal sein. Argument für den Rachenabstrich ist, dass Sars-CoV-2-Viren zuerst die Schleimhautzellen an der hinteren Rachenwand infizieren. Mit einem Rachenabstrich erhält man also vor allem am Beginn der Infektion die höchstmögliche Virenkonzentration. Bei Speichelproben erfasst man hingegen nur Viren, die aus dem hinteren Rachenraum in den Mund gewandert sind; ihre Menge in der Probe kann also viel geringer sein und daher ein falsch negatives Ergebnis bewirken.

Test aus China

Wie fast alle Tests, stammen auch die Speicheltests aus China. Angeblich gibt es umfassende Studiendaten, publiziert sind sie jedoch nicht. Derzeit können Corona-Tests in der EU auf den Markt kommen, ohne dass sie zuvor von einer unabhängigen Prüfstelle validiert werden müssen. Mit der CE-Kennzeichnung bestätigt der Hersteller nur, dass das Produkt nach seinen eigenen Angaben den gesetzlichen Bestimmungen der EU entspricht. Unabhängige Überprüfungen soll es erst 2022 geben.  

Gurgeln ebenfalls weniger sensitiv

Ein ähnliches Problem ergibt sich bei der Probenentnahme durch Gurgeln. Durch Gurgeln kann man ebenfalls nicht an die hintere Rachenwand herankommen, die Probenentnahme erfolgt daher hauptsächlich aus dem Mundbereich. Daher kann sehr oft ein schwach positives Testergebnis, das mittels Nasen- oder Rachenabstrich im Schnelltest erzielt wurde, durch Gurgelabnahme im PCR-Test NICHT bestätigt werden. Das heißt aber nicht, dass der Antigentest falsch positiv war, sondern nur, dass die Abnahme der Probe durch Gurgeln weniger sensitiv ist, obwohl das Testverfahren dem Antigentest überlegen ist.

Fazit: wer einen Corona-Test nur machen möchte, um sich selbst zu vergewissern, dass er ohnedies nicht infiziert ist, wird vermutlich mit dem Speicheltest gut zurechtkommen. Um eine frühzeitige Diagnose einer Covid19-Infektion zu erkennen und die Verbreitung des Virus über diese Person zu verhindern, sind diese Tests jedoch schlechter geeignet als der „unangenehmere“ Nasen- oder Rachenabstrich.

Lungenentzündung nicht unterschätzen

In Österreich müssen jedes Jahr 30.000 Menschen wegen einer Lungenentzündung ins Krankenhaus. In manchen Jahren starben bis zu 1000 Patienten sogar daran. Der häufigste Auslöser von Lungenentzündungen sind Pneumokokken, Bakterien, die über Tröpfcheninfektion sehr leicht übertragen werden und schwere Infektionen auslösen können. Dazu kommt, dass Pneumokokken zunehmend resistent gegenüber einer Antibiotika-Therapie sind.

Erkrankungsrisiko steigt mit dem Alter

Pneumokokken sind quasi allgegenwärtig: Bis zu 50 Prozent der Bevölkerung tragen die Bakterien ständig im Nasen-Rachen-Raum mit sich. Sie können durch Husten, Niesen oder auch nur durch Sprechen auf andere übertragen werden. Bei immunologisch Gesunden halten die Abwehrkräfte diese Erreger in Schach. Mit zunehmendem Alter wird das Immunsystem allerdings schwächer und die Gefahr eines Krankheitsausbruchs steigt.

Impfen schützt

Wer einer Lungenentzündung vorbeugen will, sollte sich gegen Pneumokokken impfen lassen. Diese Schutzimpfung wird vor allem Menschen über 60, chronisch Kranken sowie Kindern bis zum zweiten Lebensjahr empfohlen. Die Corona-Krise wird aber diese Empfehlung auf viel mehr Menschen ausdehnen, denn immerhin sind Pneumokokken laut  Weltgesundheitsorganisation WHO Hauptverursacher von Todesfällen, die durch Impfungen vermeidbar wären.

 

Auslöser von Pneumonien:

Bakterien : Pneumokokken

Viren:

Covid-19

Legionellen

Influenza-Viren

Tuberkulosebakterien

RSV-Viren (Respiratoty Syncytial-Virus)

Chlamydien

Adenoviren

Masern

SARS

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